Ozyptila

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Ozyptila Simon, 1864
Zwergkrabbenspinnen
Ozyptila atomaria Teichel 03-2007.jpg
Ozyptila atomaria, Weibchen
Systematik
Ordnung: Araneae (Webspinnen)
Familie: Thomisidae (Krabbenspinnen)
Weitere Informationen
LSID WSC: urn:lsid:nmbe.ch:spidergen:02712

Beschreibung

Körperlänge

Zur Gattung Ozyptila gehören kleine Krabbenspinnen mit durchschnittlich 3 bis 4 mm Körperlänge. Die größte mitteleuropäische Art, Ozyptila atomaria, wird als Weibchen bis 6 mm lang.

Körperbau

Ozyptila-Arten haben einen sehr kompakten Körperbau, das Opisthosoma überlappt das Prosoma stark. Das Prosoma ist breit und flach und von oben gesehen birnenförmig. Die breiteste Stelle ist, im Vergleich zu anderen Spinnen, sehr weit nach hinten verschoben. Das Opisthosoma ist etwa trapezförmig, der Vorderrand ist meist sehr gerade.

Die Kopfregion der Ozyptila-Arten ist schmal und weit nach vorne ausgezogen. Der Stirnrand ist stark gebogen. Die Kopfregion ist etwa halb so breit wie das Prosoma an seiner breitesten Stelle.

Die Beine sind kräftig und kürzer als bei anderen Krabbenspinnen. Die Tibien und Metatarsi der Vorderbeine besitzen auf ihren Innenseiten wenige sehr kräftige, starre, schwarze Stacheln (Fangkorb).

Augenstellung

Die Augen sind klein und stehen in für Krabbenspinnen typischen zwei Reihen. Beide Reihen sind von oben gesehen stark rekurv. Das Rechteck zwischen den vorderen und hinteren Mittelaugen ist von oben gesehen schmaler als lang oder quadratisch, niemals aber breiter (siehe hierzu auch: Unterschiede zwischen Xysticus und Ozyptila).

Borsten

Am Stirnrand und auf dem Opisthosoma der Arten der Gattungen Ozyptila und Cozyptila finden sich Borsten, die an ihrem Ende verdickt sind (Keulen-Borsten). Diese sind in Mitteleuropa nur bei den Tieren dieser beiden Gattungen zu finden. Welchen Zweck diese speziellen Borsten haben, ist unklar. Einer Hypothese nach dienen sie dazu, Erdpartikel zu Tarnzwecken am Körper festzuhalten. Dafür stehen die Borsten aber in zu großen Abständen und – obwohl bei allen Arten feststellbar – nutzen die wenigsten Ozyptila-Arten diese Tarnmethode (siehe z. B. Ozyptila scabricula).

Färbung und Zeichnung

Ozyptila-Arten sind braun, gelbbraun oder graubraun gefärbt. Einige Arten besitzen eine Zeichnung aus dunklen Längsbändern auf dem Prosoma und/oder Flecken und Längsbändern auf dem Opisthosoma. Andere Arten sind einheitlich dunkel gesprenkelt.

Lebensraum

Ozyptila-Arten sind in sehr verschiedenen Lebensräumen zu finden. Die meisten Arten leben dicht am Boden in Streu, Moos und der Vegetation von sehr feuchten (Mooren und Bruchwäldern) bis hin zu extrem trockenen Lebensräumen (Trockenhänge). Ozyptila praticola ist jedoch häufiger auch in höheren Straten zu finden, an der Rinde von Bäumen, Schuppenwänden und Hausfassaden.

Lebensweise

Die Arten der Gattung sind eher dämmerungs- und nachtaktiv oder jagen versteckt in Streu und Moos. Sie erbeuten vor allem Collembolen und andere Kleininsekten. Dabei versuchen sie jede Bewegung zu vermeiden oder bewegen sie sich nur sehr langsam. Gerät ein Beutetier in die Reichweite der Vorderbeine, packen diese jedoch blitzschnell zu.

Arten und Verbreitung

Es wurden 13 Arten der Gattung in Mitteleuropa nachgewiesen. (Blick 2004) (Marusik et al. 2005)

Name DE NL BE CH AT CZ SK PL
Ozyptila atomaria × × × × × × × ×
Ozyptila brevipes × × × ×   × × ×
Ozyptila claveata × × × × × × × ×
Ozyptila gertschi ×           × ×
Ozyptila praticola × × × × × × × ×
Ozyptila pullata × × × × × × × ×
Ozyptila rauda ×   × × × × × ×
Ozyptila sanctuaria × × × ×        
Ozyptila scabricula × × × × × × × ×
Ozyptila secreta       ×        
Ozyptila simplex × × × × × × ×  
Ozyptila trux × × × × × × × ×
Ozyptila westringi × ×            

Quellen