Drassodes: Unterschied zwischen den Versionen
Arno (Diskussion | Beiträge) Keine Bearbeitungszusammenfassung |
Arno (Diskussion | Beiträge) (Bilder zugefügt) |
||
| Zeile 8: | Zeile 8: | ||
|bildtext=''{{PAGENAME}} lapidosus'' | |bildtext=''{{PAGENAME}} lapidosus'' | ||
}} | }} | ||
Die Gattung '''''{{PAGENAME}}''''' ist mit circa 175 Arten und Unterarten weltweit (Stand 2009)<ref name="Platnick">{{Platnick|Gnaphosidae}}</ref> die zweitgrößte Gnaphosiden-Gattung. | Die Gattung '''''{{PAGENAME}}''''' ist mit circa 175 Arten und Unterarten weltweit (Stand 2009)<ref name="Platnick">{{Platnick|Gnaphosidae}}</ref> die zweitgrößte Gnaphosiden-Gattung. | ||
| Zeile 22: | Zeile 20: | ||
''{{PAGENAME}}''-Arten sind nachtaktiv. Tagsüber verstecken sie sich in Gespinstsäcken unter Steinen, Holz, Rinde, in Grashorsten oder in den unteren Ästen von Bäumen. | ''{{PAGENAME}}''-Arten sind nachtaktiv. Tagsüber verstecken sie sich in Gespinstsäcken unter Steinen, Holz, Rinde, in Grashorsten oder in den unteren Ästen von Bäumen. | ||
===Paarung=== | ===Paarung und Eiablage=== | ||
[[Datei:Drassodes-cf-lapidosus Saalborn 09-07 01.jpg|right|thumb|400px|''Drassodes''-Weibchen mit Eikokon in ihrem Eiablage-Gespinst]] | |||
Das Paarungsverhalten ist von ''{{PAGENAME}} lapidosus'' gut dokumentiert: Das Männchen wird etwas vor den Weibchen reif. Daraufhin sucht es das Gespinst eines noch subadulten Weibchens auf und „zieht bei diesem ein“. Sofort nach der Reifehäutung des Weibchens erfolgt die Kopulation, welche in diesem Fall ungefährlich für das Männchen ist, weil sich das Weibchen mit seiner nicht ausgehärteten Cuticula nicht wehrn kann.<ref name="Grimm">{{Literatur | Das Paarungsverhalten ist von ''{{PAGENAME}} lapidosus'' gut dokumentiert: Das Männchen wird etwas vor den Weibchen reif. Daraufhin sucht es das Gespinst eines noch subadulten Weibchens auf und „zieht bei diesem ein“. Sofort nach der Reifehäutung des Weibchens erfolgt die Kopulation, welche in diesem Fall ungefährlich für das Männchen ist, weil sich das Weibchen mit seiner nicht ausgehärteten Cuticula nicht wehrn kann.<ref name="Grimm">{{Literatur | ||
|titel=Abhandlungen des Naturwissenschaftlichen Vereins in Hamburg: Die Gnaphosidae Mitteleuropas | |titel=Abhandlungen des Naturwissenschaftlichen Vereins in Hamburg: Die Gnaphosidae Mitteleuropas | ||
| Zeile 32: | Zeile 31: | ||
Begegnen sich Männchen und Weibchen in freiem Gelände, bewegt sich das Männchen vorsichtig mit weit nach vorn gestreckten Vorderbeinen frontal auf das Weibchen zu. Dabei hebt und senkt es die Beine tastend. Wird das Weibchen berührt, startet es einen kurzen Angriffsversuch und das Männchen zieht sich etwas zurück. Diese Prozedur wiederholt sich ein paar mal, bis das Weibchen nicht mehr angreift. Jetzt besteigt das Männchen das Weibchen von vorne und führt seitlich um das Opisthosoma greifend wechselseitig seine Taster ein.<ref name="Grimm"/> | Begegnen sich Männchen und Weibchen in freiem Gelände, bewegt sich das Männchen vorsichtig mit weit nach vorn gestreckten Vorderbeinen frontal auf das Weibchen zu. Dabei hebt und senkt es die Beine tastend. Wird das Weibchen berührt, startet es einen kurzen Angriffsversuch und das Männchen zieht sich etwas zurück. Diese Prozedur wiederholt sich ein paar mal, bis das Weibchen nicht mehr angreift. Jetzt besteigt das Männchen das Weibchen von vorne und führt seitlich um das Opisthosoma greifend wechselseitig seine Taster ein.<ref name="Grimm"/> | ||
<gallery> | |||
Datei:Drassodes-cupreus Schirnewitz 09-06 05-Paarung.jpg|''[[Drassodes cupreus]]'': kurz vor der Kopulation | |||
Datei:Drassodes-cupreus Schirnewitz 09-06 01-Paarung.jpg|''[[Drassodes cupreus]]'': Kopulation | |||
</gallery> | |||
==Ähnliche | ==Ähnliche Gattungen== | ||
Die Arten der Gattung ''[[Haplodrassus]]'' sind ebenfalls oft hell bräunlich gefärbt und deshalb nicht leicht von ''{{PAGENAME}}'' zu unterscheiden. Sie bleiben aber kleiner, haben kürzere und weniger kräftige Beine und besitzen meist eine mehr oder weniger deutliche Zeichnung aus sechs hellen Flecken auf dem Opisthosoma. | Die Arten der Gattung ''[[Haplodrassus]]'' sind ebenfalls oft hell bräunlich gefärbt und deshalb nicht leicht von ''{{PAGENAME}}'' zu unterscheiden. Sie bleiben aber kleiner, haben kürzere und weniger kräftige Beine und besitzen meist eine mehr oder weniger deutliche Zeichnung aus sechs hellen Flecken auf dem Opisthosoma. | ||
Version vom 31. Juli 2009, 21:30 Uhr
| Drassodes Westring, 1851 |
|---|
| Steinplattenspinnen |
| Drassodes lapidosus |
| Systematik |
| Ordnung: Araneae (Webspinnen) |
| Familie: Gnaphosidae (Plattbauchspinnen) |
| Weitere Informationen |
| LSID WSC: urn:lsid:nmbe.ch:spidergen:02417 |
Die Gattung Drassodes ist mit circa 175 Arten und Unterarten weltweit (Stand 2009) (World Spider Catalog 2020) die zweitgrößte Gnaphosiden-Gattung.
Taxonomie
2007 wurden 6 Arten der Gattung durch Murphy abgespalten und in eine morphologische Gruppe mit Anagraphis gestellt. Gründe hierfür waren Ähnlichkeiten im Bau männlchen Pedipalpen und der Spinnwarzen. Die mitteleuropäischen Arten Drassodes heeri (Pavesi, 1873), Drassodes hispanus lesserti (Schenkel, 1936) and Drassodes hypocrita (Simon, 1878) gehören seit dem zur neu aufgestellten Gattung Drassodex (Murphy, 2007).
Merkmale
Die Arten der Gattung Drassodes sind mittelgroße bis große (6 bis 15 mm) Fehler! Referenz name='murphy' kann nicht zugeordnet werden, relativ langbeinige und schlanke Spinnen. Ihr Körperbau ist nicht ausgeprägt flach, wie bei anderen Gnaphosidae. Sie sind meist blassbraun gefärbt (ältere Tiere können etwas dunkler sein) und besitzen keine Zeichnung. Die Füße sind mit gut funktionierenden Hafthaarpolstern ausgestattet, was es ihnen ermöglicht an glatten Flächen emporzulaufen.
Lebensweise
Drassodes-Arten sind nachtaktiv. Tagsüber verstecken sie sich in Gespinstsäcken unter Steinen, Holz, Rinde, in Grashorsten oder in den unteren Ästen von Bäumen.
Paarung und Eiablage
Das Paarungsverhalten ist von Drassodes lapidosus gut dokumentiert: Das Männchen wird etwas vor den Weibchen reif. Daraufhin sucht es das Gespinst eines noch subadulten Weibchens auf und „zieht bei diesem ein“. Sofort nach der Reifehäutung des Weibchens erfolgt die Kopulation, welche in diesem Fall ungefährlich für das Männchen ist, weil sich das Weibchen mit seiner nicht ausgehärteten Cuticula nicht wehrn kann. (Grimm & Ute 1985)
Begegnen sich Männchen und Weibchen in freiem Gelände, bewegt sich das Männchen vorsichtig mit weit nach vorn gestreckten Vorderbeinen frontal auf das Weibchen zu. Dabei hebt und senkt es die Beine tastend. Wird das Weibchen berührt, startet es einen kurzen Angriffsversuch und das Männchen zieht sich etwas zurück. Diese Prozedur wiederholt sich ein paar mal, bis das Weibchen nicht mehr angreift. Jetzt besteigt das Männchen das Weibchen von vorne und führt seitlich um das Opisthosoma greifend wechselseitig seine Taster ein. (Grimm & Ute 1985)
Drassodes cupreus: kurz vor der Kopulation
Drassodes cupreus: Kopulation
Ähnliche Gattungen
Die Arten der Gattung Haplodrassus sind ebenfalls oft hell bräunlich gefärbt und deshalb nicht leicht von Drassodes zu unterscheiden. Sie bleiben aber kleiner, haben kürzere und weniger kräftige Beine und besitzen meist eine mehr oder weniger deutliche Zeichnung aus sechs hellen Flecken auf dem Opisthosoma.
Die Arten der Gattung Clubiona (Clubionidae) werden aufgrund ihres oft ähnlichen Habitus und ihrer ähnlichen Lebensweise (nachtaktiv, Gespinstsäcke) oft mit Drassodes verwechselt. Sie sind aber anhand einiger Merkmale sicher unterschiedbar.
Arten und Verbreitung
Es wurden 4 Arten der Gattung in Mitteleuropa nachgewiesen. (Blick 2004) (Murphy & J. span)
| Name | DE | NL | BE | CH | AT | CZ | SK | PL |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Drassodes cupreus | × | × | × | × | × | × | × | |
| Drassodes lapidosus | × | × | × | × | × | × | × | |
| Drassodes pubescens | × | × | × | × | × | × | × | × |
| Drassodes villosus | × | × | × | × |
Quellen
- Blick T [Koord.] (2004): Checkliste der Spinnen Mitteleuropas. Checklist of the spiders of Central Europe. (Arachnida: Araneae). Arachnologische Gesellschaft e. V.
- Grimm, Ute (1985): Abhandlungen des Naturwissenschaftlichen Vereins in Hamburg: Die Gnaphosidae Mitteleuropas. Verlag Paul Parey.
- Murphy, J.: Gnaphosid genera of the world. British Arachnological Society, St Neots, Cambs, 1:i-xii, 1-92; 2:i-11, 93-605.
- World Spider Catalog (2020): World Spider Catalog. Natural History Museum Bern, online auf http://wsc.nmbe.ch, doi:10.24436/2.