Tiso vagans

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Tiso vagans (Blackwall, 1834)
Gewöhnlicher Lockenpalper
Tiso vagans fem-dorsal-18.06.10-28-4.jpg
Weibchen
Systematik
Ordnung: Araneae (Webspinnen)
Familie: Linyphiidae (Zwerg-/Baldachinspinnen)
Gattung: Tiso (Lockenpalper)
Reifezeit (Nentwig et al. 2019)
Monat:123456789101112
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Verbreitung in Europa[Quellen]
    etabliert,    nicht etabliert,    nicht betrachtet
Weitere Informationen
LSID WSC: urn:lsid:nmbe.ch:spidersp:012932
Gefährdung nach Roter Liste
RegionBSLTKTRFRRL
[AT] Kärnten *
[CZ] Tschechien ES
[CZ] Oberschlesien ?
[D] Deutschlandsh===*
[D] Berlinh===*
[D] Brandenburg *
[D] Mecklenburg-Vorp.h== *
[D] Niedersachsen *
[D] Niedersachsen (H) *
[D] Niedersachsen (T) *
[D] Nordrhein-Westfalensh>=*
[D] Schleswig-Holsteinsh===*
[NO] Norwegen LC
[PL] Bielitz-Biala *
[PL] Kattowitz *
[PL] Opole *
[PL] Oberschlesien *
[PL] Tschenstochau ?
Synonyme und weitere Kombinationen
  • Erigone longimana

Merkmale

Körperlänge: Weibchen erreichen 1,7 bis 2,2mm, Männchen 1,5 bis 2,0 mm. (Roberts 1993)

Beine: Wiehleformel 1-1-1-1 (Roberts 1993)

Prosoma mehr oder weniger gelbbraun mit schmaler schwarzer Außenkante. Keine weitere Zeichnung. Chelizeren und Sternum dunkler braun und mit schwarzer Außenkante. Opisthosoma mehr oder minder schwarzgrau. (Tullgren 1955)

Weibchen

Sternum unbedeutend länger als breit. Augen: Vordere Augenreihe schwach prokurv, VMA wesentlich kleiner als Seitenaugen. HAR schwach prokurv, fast gerade mit etwa gleich großen Augen. Das Augenviereck unbedeutend länger als hinten breit. Chelizeren mit 6 Zähnen am vorderen Falzrand welche an Länge proximal zunehmen. 4–5 kleine Zähne am hinteren Falzrand. Beine: Tibia Ⅳ mit einem dorsalen Stachel, welcher etwas länger als die Breite des Gliedes ist. Tm Ⅰ in der apikalen Hälfte. Metatarsus Ⅳ ohne Trichobothrium. Tibia Ⅰ mit 2 dorsalen Stacheln. Die Epigyne erinnert in ihrer Form an ein „X”. (Tullgren 1955)

Männchen

Prosoma nur geringfügig erhöht. Haut deutlich genarbt. Clypheus etwas höher als die Länge des Augenvierecks. Augen: Vordere Augenreihe deutlich rekurv. (Tullgren 1955)

Pedipalpus: Lang gebogene Tibialapophyse, die an ihrem Ende einen abgewinkelten Tropfen formt. Pedipalpus insgesamt mehr lang als breit.

Tiso vagans m 19.11.2011-027 Habitus-Detail.jpg Patella des Pedipalpus auffällig lang.

Lebensraum

Häufige Art im Wirtschaftsgrünland, vor allem in den Kögen der Nordeseküste und im Grünland des Binnenlandes; auch in Heiden, Dünen und Halbtrockenrasen häufig, dagegen seltener auf Ackern und in Knicks, vereinzelt auf Ruderalflächen und in Wäldern; hemiphotophil, hemihygrophil, halotolerant (Reinke & Irmler 1994).

Halotolerant, auf Salzwiesen vorkommend (Finch 2008). Kommt auf Salzwiesen der Nordsee vor (Irmler & Heydemann 1986)

Bilder

Weblinks

Nachweis- und Verbreitungskarten

Weitere Links

Quellen

  • Finch OD (2008): Webspinnen, Weberknechte und Pseudoskorpione der Ostfriesischen Inseln. Schriftenreihe Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer 11, S. 103–112.
  • Irmler U & Heydemann B (1986): Die ökologische Problematik der Beweidung von Salzwiesen an der Niederländischen Küste – am Beispiel der Leybucht. Naturschutz und Landschaftspflege in Niedersachsen – Beiheft Heft 15, S. 1–115.
  • Nentwig W, Blick T, Gloor D, Hänggi A & Kropf C (2019): Araneae, Spinnen Europas (Bestimmungsschlüssel) Version 05.2019. Universität Bern.
  • Reinke HD & Irmler U (1994): Die Spinnenfauna (Araneae) Schleswig-Holsteins am Boden und in bodennaher Vegetation. Faun.-Ökol. Mitt. Supplement 17, S. 1–147, ISSN 0430-1285.
  • Roberts MJ (1993): The Spiders Of Great Britain And Ireland, Compact edition Reprinted 2009. Harley Books. ISBN 0-946589-44-5, 449 S.
  • Roberts MJ (1993): The Spiders Of Great Britain And Ireland, Volume 2. Linyphiidae and Check List. Harley Books. ISBN 978-0946589463, 204 S.
  • Tullgren A (1955): Zur Kenntnis schwedischer Erigoniden. Arkiv för Zoologi 2 (7/20), S. 295–389.

Quellen der Nachweise