Solifugae

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Solifugae Sundevall, 1833
Walzenspinnen
Gluvia-dorsalis John-Osmani.jpg
Gluvia dorsalis
Systematik
Klasse: Arachnida (Spinnentiere)

Die Walzenspinnen (Solifugae oder auch Solpugida) sind eine Ordnung der Spinnentiere mit 12 beschriebenen Familien und etwa 900 Arten weltweit. (Parker SP 1982)

Systematik

Die Ordnung wird ohne weitere Untergliederung in 12 Familien geteilt. 1113 rezente Arten sind bekannt (Stand 2011). (Harvey MS 2003) (Zhang Z-Q. 2011)

Anatomie

Körperlänge: 7 bis 70 mm. Die Ordnung ist durch ihre massiven, nach vorne gerichteten Cheliceren und das geteilte Prosoma gekennzeichnet. Das Prosoma besteht aus dem Proterosoma (vorderer Teil) und zwei dahinter liegenden freien Segmenten. Das Proterosoma wird vom stark gewölbten Propeltidium bedeckt. Es trägt die Cheliceren, die Pedipalpen und die ersten beiden Laufbeinpaare.

Die langen, beinähnlichen Pedipalpen tragen an ihren Enden ausstülpbare Haftblasen. Die Beine sind siebengliedrig, die Trochanter der Beine 2, 3 und 4 sind getrennt. Das 4. Beinpaar trägt jeweils 2 bis 5 tennisschlägerähnliche Sinnesorgane (Malleoli) ventral auf Coxen und Trochantern. Ein Sternum fehlt den Solifugae. Stattdessen stoßen die Hüften der Laufbeine und Palpen direkt an der ventralen Körpermittellinie aneinander.

Das Opisthosoma ist 11-gliedrig. Es gibt 3 Paare ventraler Stigmata (Öffnungen der Tracheen). Die Genitalöffnung befindet sich auf dem zweiten abdominalen Sternit (Bauchplatte) und wird von zwei Platten (Opercula) bedeckt.

Die Cheliceren bilden mächtige zweigliedrige Scheren, deren bewegliches Glied das untere ist. Sie sind nicht mit Giftdrüsen ausgestattet. Die Cheliceren der Männchen sind oft modifiziert (das obere, unbewegliche Glied trägt ein Flagellum). (Parker SP 1982)

Lebensweise

Walzenspinnen leben räuberisch (Parker SP 1982). Ihre Nahrung besteht hauptsächlich aus Gliederfüßern, z. B. Heuschrecken, großen hartchitinisierten Käfern, Termiten, Spinnen und Tausendfüßern, aber auch aus Wirbeltieren wie Fröschen und Eidechsen. (Kaestner A 1956)

Die Männchen können sehr schnell laufen, die Weibchen sind langsamer. (Parker SP 1982) Sie benutzen dabei nur die hinteren drei Beinpaare und halten das erste Beinpaar und die Pedipalpen dicht über dem Boden. Mit Hilfe des ausstülpbaren Haftorgans der Pedipalpen können sie sich auch an glatten Flächen festhalten und an ihnen hochklettern. (Kaestner A 1956)

Alle bekannten Arten legen Eier. (Parker SP 1982)

Lebensraum

Vertreter der Ordnung leben vor allem in Wüsten und trockenen Gebieten der Tropen und Subtropen (Parker SP 1982). Lediglich in Indien kommen sie auch in Wäldern vor (Kaestner A 1956).

Verbreitung

Die Ordnung ist neben Europa in Asien, Afrika, Nord-, Zentral- und Südamerika (eine Art ist auch in Kanada heimisch) und Südosteuropa verbreitet (Parker SP 1982). In Australien und Polynesien fehlt sie ganz (Kaestner A 1956).

Familienspektrum

In Europa und im Maghreb kommen nach Datenlage dieses Wikis 4 Familien der Ordnung Solifugae vor.[A]

NamePTESES-IBADFRFRHITIT82IT88ROBGBASIHRMEMKRSKVALGRGR-M
Daesiidae××?????×?? ???? ???××
Galeodidae  ????? ??×????×???××
Karschiidae  ????? ?? ???? ???××
NameUABYMDRU-KGDRU-RUWRU-RUCRU-RUERU-RUNRU-RUSTR-EURTR-ASICYAMAZGEMADZTNLYEGMT
Daesiidae ??      ×××?????????
Galeodidae×??×××××××××?????????
Gylippidae ??        ×?????????
Karschiidae ??      ×××?????????
Legende/Legend
? Checkliste nicht verfügbar No checklist available
× Familienvorkommen bekannt Family documented
(×) Familienvorkommen bekannt, keine Art etabliert Family documented, no species established
  Checkliste enthält Familie nicht Checklist consulted, but family not found
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Quellen

Quellen der Nachweise