Savignia frontata

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Savignia frontata Blackwall, 1833
Zapfenköpfchen
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Systematik
Ordnung: Araneae (Webspinnen)
Familie: Linyphiidae (Zwerg-/Baldachinspinnen)
Gattung: Savignia (Zapfenköpfchen)
Reifezeit (Nentwig et al. 2012)
Monat:123456789101112
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Verbreitung in Europa[Quellen]
    etabliert,    nicht etabliert,    nicht betrachtet
Weitere Informationen
LSID WSC: urn:lsid:nmbe.ch:spidersp:012513
Gefährdung nach Roter Liste
RegionBSLTKTRFRRL
[CZ] Tschechien EN
[CZ] Oberschlesien ?
[D] Deutschlandmh(<)==G
[D] Berlinmh===*
[D] Brandenburg *
[D] Baden-Württemberg 3
[D] Bayern 2
[D] Bayern SL 2
[D] Mecklenburg-Vorp.h== *
[D] Niedersachsen *
[D] Niedersachsen (H) *
[D] Niedersachsen (T) *
[D] Nordrhein-Westfalenss===*
[D] Schleswig-Holsteinsh===*
[NO] Norwegen LC
[PL] Bielitz-Biala NT
[PL] Kattowitz ?
[PL] Opole ?
[PL] Oberschlesien NT
[PL] Tschenstochau ?
Synonyme und weitere Kombinationen
  • Diplocephalus frontatus
  • Savignya frontata

Merkmale

Körperlänge: Weibchen und Männchen erreichen 1,5 bis 1,9 mm. (Roberts 1993)

Prosoma lang oval, braun bis schwarz­ braun mit breitem dunklen Rand im Thorax­ teil. schwach netzadrig (deutlich schwächer als beim Männchen). Rückenlinie: Anstieg etwa 1/3 der Länge, dann waagerechter Ver­lauf wenig bogig zur Augenzone gesenkt. Clypeus senkrecht abfallend, etwa so lang wie die Augenregion, Chelizeren so lang wie Augenbereich + Clypeus. Augen: HAR gerade, Augen gleich weit ent­fernt und gleich groß, gegenseitige Entfernung der HMA wenig mehr als ihr Durchmesser. VAR gerade, die dunklen VMA deutlich getrennt, nicht ganz um ihren Durchmesser, ebenso weit von den HSA entfernt. MA-Trapez: Vordere Parallele nur wenig kurzer als die hintere. Sternum so lang wie breit, hinten gerade abgeschnitten, braun bis dunkelbraun, schwärzlich übertönt, Rand dunkler, auch die Coxen, besonders im distalen Teil, schwärzlich verdunkelt. Unterlippe so dunkel wie das Sternum, Gnathocoxen heller, gelbbraun, wie die Chelizeren. Chelizeren: Vorderer Klauenfurchenrand mit 6 Zähnen, der 2–4, am stärksten, der 6. besonders kurz: hinterer Rand mit 5 Zähnchen, nur das 5. kürzer. Stridulationsrillen sehr flach und undeutlich. Beine: 4123, von mittlerer Länge, gelb­ braun. Tibia Ⅰ und Ⅱ mit zwei Borsten. Ⅲ und Ⅳ mit einer. Die Borsten auf Ⅰ und Ⅱ etwas kürzer als der Durchmesser des Gliedes, Borsten auf Ⅲ und Ⅳ kräftiger, dem Durchmesser gleich oder länger (Ⅳ). Stellung der Borste auf Ⅳ 0,23–0,27. Metatarsus Ⅰ–Ⅲ mit einem Becherhaar, Stellung auf Ⅰ und Ⅱ 0,43–0,47. auf Ⅱ etwas proximal verschoben. Tarsen Ⅰ–Ⅲ 0,80–0,83 Metatarsus, Tars. Ⅳ relativ kürzer (0,70). Zähne der Hauptkrallen (3–4) unbedeutend, nur der distale etwas länger. (Wiehle 1960) Wiehleformel: 2-2-1-1 (Roberts 1993). Pedipalpus: Endglied etwas länger als die Tibia. zugespitzt. (Beim Männchen die Borsten auf Ⅰ und Ⅱ sehr kurz [< d/2], mitunter am Ende gekrümmt. Stellung der Becherhaare auf Ⅰ und Ⅱ 0,50. Länge der Tarsen wie beim Weibchen.) Opisthosoma nicht viel länger als der Prosoma, stark konvex, schwarzgrau, auf der Unterseite die mittlere Längsfläche seitlich hell begrenzt. (Wiehle 1960)

Weibchen

Epigyne braun bis rotbraun, die Umgebung aufgehellt. die nierenförmigen Receptacula durchscheinend, die abgeschnürten hinteren Zipfel stark chitinisiert (gutes Erkennungsmerkmal). (Wiehle 1960)

Männchen

Prosoma: Stirn mit einem zapfenförmigen Aufsatz, der die VMA trägt. Das Ende dunkel gefärbt mit einem Haarschopf, unterhalb der VMA eine Verdickung des Stirnkegels. Kopfpartie und be­sonders der Stirnkegel heller (braungelb) als das übrige Prosoma. Pedipalpus: Bis zur Patella gelbbraun. Tibia und Cymbium dunkelbraun. Patella etwa zwei­ mal so lang wie am Ende breit. Tibia becher­ förmig mit einer Apophyse. die sich schuppen­ förmig auf das Cymbium legt, am Ende hakenförmig nach außen gebogen. Paracvmbium: Endast massig entwickelt. Bulbus: Endabschnitt sehr kompliziert ge­baut, mit mehreren häutigen und chitinisierten Apophysen, Embolus in der Ruhelage nach hinten gerichtet. Am aus­ gestülpten Pedipalpus nach vorn umgeklappt. (Wiehle 1960)

Lebensraum

Typische Art der feuchten bis nassen Agrarflächen: am häufigsten auf Feuchtweiden und auf Lehmäckern (besonders ökologisch bewirtschafteten); seltener im mittelfeuchten bis trockenen Grünland, in Uferbiotopen und Knicks, vereinzelt an Straßenrändern und im Hochmoor, auf begrünten Dächern, in Salzwiesen der Nordsee sowie Heiden, Düne (Reinke & Irmler 1994).

Atlantisch geprägte Klimazone (Wiehle 1960). Halotolerant, auf Salzwiesen vorkommend (Finch 2008).

Verbreitung

Europa bis Vorderasien (World Spider Catalog 2017).

Bilder

Weblinks

Nachweis- und Verbreitungskarten

Weitere Links

Quellen

  • Finch OD (2008): Webspinnen, Weberknechte und Pseudoskorpione der Ostfriesischen Inseln. Schriftenreihe Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer 11, S. 103–112.
  • Nentwig W, Blick T, Bosmans R, Gloor D, Hänggi A & Kropf C (2012): Spinnen Europas. Version 01.2012. Online https://www.araneae.nmbe.ch, doi:10.24436/1.
  • Reinke HD & Irmler U (1994): Die Spinnenfauna (Araneae) Schleswig-Holsteins am Boden und in bodennaher Vegetation. Faun.-Ökol. Mitt. Supplement 17, S. 1–147, ISSN 0430-1285.
  • Roberts MJ (1993): The Spiders Of Great Britain And Ireland, Volume 2. Linyphiidae and Check List. Harley Books. ISBN 978-0946589463, 204 S.
  • Wiehle H (1960): Die Tierwelt Deutschands und der angrenzenden Meeresteile, 47. Teil Spinnentiere oder Arachnoidea XI: Micryphandidae — Zwergspinnen. Gustav Fischer Verlag, Jena, 620 S.
  • World Spider Catalog (2017): World Spider Catalog. Natural History Museum Bern, online auf http://wsc.nmbe.ch , Version 18.5, abgerufen am 2017-10-23, doi:10.24436/2.

Quellen der Nachweise