Opiliones: Unterschied zwischen den Versionen

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Weberknechte besitzen ein Paar Linsenaugen, die in der Regel auf einem gemeinsamen '''Augenhügel''' auf dem Prosoma liegen. Sie sind seitlich oder seitlich leicht nach vorn gerichtet ausgerichtet. Die Augen stehen bei einigen Arten weit von einander entfernt. <ref name='Martens'/>
 
Weberknechte besitzen ein Paar Linsenaugen, die in der Regel auf einem gemeinsamen '''Augenhügel''' auf dem Prosoma liegen. Sie sind seitlich oder seitlich leicht nach vorn gerichtet ausgerichtet. Die Augen stehen bei einigen Arten weit von einander entfernt. <ref name='Martens'/>
  
An den Vorderecken des Prosomas verfügen die {{PAGENAME}} über ein Paar sackförmige '''Stinkdrüsen''', welche vermutlich zur Feindesabwehr dienen. Von einheimischen ''[[Phalangiidae|Phalangiiden]]'' ist bekannt, dass diese, wenn man sie angreift, gelegentlich (keinesfalls regelmäßig) Gestank verströmen.<ref name='kaestner'/>
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An den Vorderecken des Prosomas verfügen die {{PAGENAME}} über ein Paar sackförmige '''Stinkdrüsen''', welche vermutlich zur Feindesabwehr dienen. Von einheimischen ''[[Phalangiidae|Phalangiiden]]'' ist bekannt, dass diese, wenn man sie angreift, gelegentlich (keinesfalls regelmäßig) Gestank verströmen.<ref name='kaestner'>{{lit kaestner 1957}}</ref>
  
 
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# Meist weichhäutig, langbeinig.
 
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Die meisten Kanker sind grau, bräunlich oder schwarz gefärbt. In den Tropen gibt es jedoch auch Arten mit grellen Zeichnungen.<ref name='kaestner'/>
 
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Bei allen langbeinigen Arten ist der Tarsus in sehr zahlreiche sekundäre kurze Glieder zerlegt. Deren Anzahl beläuft sich bei unseren häufigen einheimischen Arten ''[[Phalangium opilio]]'' und ''[[Opilio parietinus]]'' am 2. Beinpaar ungefähr auf 50 Glieder und kann bei Exoten 100 übersteigen.<ref name='kaestner'/>
 
Bei allen langbeinigen Arten ist der Tarsus in sehr zahlreiche sekundäre kurze Glieder zerlegt. Deren Anzahl beläuft sich bei unseren häufigen einheimischen Arten ''[[Phalangium opilio]]'' und ''[[Opilio parietinus]]'' am 2. Beinpaar ungefähr auf 50 Glieder und kann bei Exoten 100 übersteigen.<ref name='kaestner'/>
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==Paarungsverhalten bei Weberknechten==
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Bei Weberknechten erfolgt die Paarung durch Einführen des Penis des Männchens in die Genitalöffnung des Weibchens. Dazu öffnet das Weibchen den Genitaldeckel, der normalerweise verschlossen ist. Bei einigen Arten wurde beobachtet, dass vor der eigentlichen Paarung der Penis zur Mundöffnung des Weibchens geführt wurde. Das Weibchen betastet den Penis intensiv mit seinen Pedipalpen oder Chelizeren. Dabei nimmt sie anscheinend irgendwelche Stoffe ("sein Hochzeitsgeschenk") auf. Diesen Vorgang nennt man „nuptial gift“ oder „nuptial feeding“. Übersetzt Hochzeitsgeschenk, bzw. Hochzeitsfütterung. Was genau dort übergeben wird, ist noch nicht bekannt. <br>Diese Besonderheit beim Paarungsverhalten einiger Weberknechtarten wird noch weiter erforscht.<br>Auf den Bildern ist dieses Phänomen für ''Opilio canestrinii'' und ''Dicranopalpus ramosus'' fotografisch dargestellt.
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[[Bild:200909 0022.JPG|thumb|500px|left|Paarung von ''[[Dicranopalpus ramosus]]'' <br> Der Genitaldeckel des Weibchens ist geschlossen. <br> Der Penis führt zuerst in Richtung der Mundwerkzeuge des Weibchens.]]
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[[Bild:Opilio canestrinii Paarung_nuptial_feeding.JPG|thumb|500px|left|„nuptial gift“ bei ''[[Opilio canestrinii]]'' (Männchen rechts im Bild)<br>Das Weibchen betastet den Penis mit seinen Chelizeren und/oder Pedipalpen. <br> Dabei erhält sie ihr "Hochzeitsgeschenk".]]
  
 
==Familienspektrum==
 
==Familienspektrum==
In Mittel- und Nordeuropa ist das Vorkommen von 9 Familien bekannt:<ref>{{ Lit checklist opilio}}</ref> <ref>{{lit checklist it}}</ref> <ref>{{Lit ocularium 4}}</ref> <ref>{{Lit checklist opil es}}</ref> <ref>{{Lit checklist opil fr}}</ref>
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Eine Übersicht häufiger und charakteristischer Weberknechte gibt es hier &rarr; '''[[Häufige und charakteristische Weberknechte]]'''
  
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Einen vereinfachten Teilbestimmungsschlüssel gibt es hier &rarr; '''[[Bestimmungsschlüssel Weberknechte Teil 1]]'''
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==Quellen==
 
==Quellen==
 
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Aktuelle Version vom 23. Juli 2017, 16:00 Uhr

Opiliones Sundevall, 1833
Weberknechte
Phalangium opilio W 7-5049.jpg
Phalangium opilio, Weibchen
Systematik
Klasse: Arachnida (Spinnentiere)

Anatomie der Weberknechte

Die Ordnung Arachnida:Opiliones zeichnet sich im wichtigsten Merkmal dadurch aus, dass das Prosoma (Cephalothorax, Vorderkörper) in voller Breite an das Opisthosoma (Hinterleib) ansetzt. Das Opisthosoma ist dabei immer erkennbar gegliedert, das Prosoma dagegen nicht in allen Formen. (Martens J. 1978)

Wie auch bei den Spinnen (siehe Anatomie von Spinnen) setzen an das Prosoma paarweise Pedipalpen und Chelizeren, sowie vier Paar Laufbeine an. (Martens J. 1978)

Weberknechte besitzen ein Paar Linsenaugen, die in der Regel auf einem gemeinsamen Augenhügel auf dem Prosoma liegen. Sie sind seitlich oder seitlich leicht nach vorn gerichtet ausgerichtet. Die Augen stehen bei einigen Arten weit von einander entfernt. (Martens J. 1978)

An den Vorderecken des Prosomas verfügen die Opiliones über ein Paar sackförmige Stinkdrüsen, welche vermutlich zur Feindesabwehr dienen. Von einheimischen Phalangiiden ist bekannt, dass diese, wenn man sie angreift, gelegentlich (keinesfalls regelmäßig) Gestank verströmen. (Kaestner A. 1956)

→ siehe auch Hauptartikel Anatomie der Weberknechte

Habitus

Opiliones (Kanker) treten weltweit in vier Habitustypen auf:

  1. Klein, eiförmig, milbenartig. Beine ungefähr Körperlänge.
  2. Flachgedrückt, Beine 1½ Körperlänge.
  3. Sehr langbeinig, hartchitiniert.
  4. Meist weichhäutig, langbeinig.

Die deutsche Kankerfauna ist vor allem durch den vierten Typus geprägt. (Kaestner A. 1956)

Die meisten Kanker sind grau, bräunlich oder schwarz gefärbt. In den Tropen gibt es jedoch auch Arten mit grellen Zeichnungen. (Kaestner A. 1956)

Die Chelizeren sind verhältnismäßig lang, dreigliedrig und am Ende als Schere ausgebildet. Die Pedipalpen sind stets kürzer als die Laufbeine. (Kaestner A. 1956)

Bei allen langbeinigen Arten ist der Tarsus in sehr zahlreiche sekundäre kurze Glieder zerlegt. Deren Anzahl beläuft sich bei unseren häufigen einheimischen Arten Phalangium opilio und Opilio parietinus am 2. Beinpaar ungefähr auf 50 Glieder und kann bei Exoten 100 übersteigen. (Kaestner A. 1956)

Paarungsverhalten bei Weberknechten

nuptial feeding

Bei Weberknechten erfolgt die Paarung durch Einführen des Penis des Männchens in die Genitalöffnung des Weibchens. Dazu öffnet das Weibchen den Genitaldeckel, der normalerweise verschlossen ist. Bei einigen Arten wurde beobachtet, dass vor der eigentlichen Paarung der Penis zur Mundöffnung des Weibchens geführt wurde. Das Weibchen betastet den Penis intensiv mit seinen Pedipalpen oder Chelizeren. Dabei nimmt sie anscheinend irgendwelche Stoffe ("sein Hochzeitsgeschenk") auf. Diesen Vorgang nennt man „nuptial gift“ oder „nuptial feeding“. Übersetzt Hochzeitsgeschenk, bzw. Hochzeitsfütterung. Was genau dort übergeben wird, ist noch nicht bekannt.
Diese Besonderheit beim Paarungsverhalten einiger Weberknechtarten wird noch weiter erforscht.
Auf den Bildern ist dieses Phänomen für Opilio canestrinii und Dicranopalpus ramosus fotografisch dargestellt.

Paarung von Dicranopalpus ramosus
Der Genitaldeckel des Weibchens ist geschlossen.
Der Penis führt zuerst in Richtung der Mundwerkzeuge des Weibchens.
„nuptial gift“ bei Opilio canestrinii (Männchen rechts im Bild)
Das Weibchen betastet den Penis mit seinen Chelizeren und/oder Pedipalpen.
Dabei erhält sie ihr "Hochzeitsgeschenk".

Familienspektrum

In Europa und im Maghreb kommen nach Datenlage dieses Wikis 11 Familien der Ordnung Opiliones vor.[A]

NameNOSEFIIEGBGB-NIRDKDENLBELUPLLTLVEECHATCZSKHU
Cladonychiidae    ?? ×?   ??  × ××
Dicranolasmatidae    ??  ?   ??  ××××
Ischyropsalididae    ?? ××  ×?? ×××××
Nemastomatidae×××××?××××××?×××××××
Phalangiidae×××××?××××××××××××××
Sabaconidae    ×?  ?   ??      
Sclerosomatidae×××××?××××××××××××××
Sironidae    ??  ?  ×??  × × 
Travuniidae    ??  ?   ?? ×    
Trogulidae×× ××?××××××?× ×××××
NamePTESES-IBADFRFRHITIT82IT88ROBGBASIHRMEMKRSKVALGRGR-M
Cladonychiidae?  ?×××  × ×× ×  ?   
Dicranolasmatidae?× ?×××××××××××××?×××
Ischyropsalididae×× ?××× ×× ×××   ?   
Nemastomatidae×××?×××××××××××××?×××
Phalangiidae×× ?×××××××××××××?×××
Phalangodidae?××?×××××   ××   ?   
Sabaconidae?× ××××          ?   
Sclerosomatidae×××?×××××××××××××?×××
Sironidae×× ?××× × ×××××××? ××
Travuniidae?× ?××× ×  ×××× ×?   
Trogulidae×××?×××××××××××××?×××
NameUABYMDRU-KGDRU-RUWRU-RUCRU-RUERU-RUNRU-RUSTR-EURTR-ASIZYAMAZGEMADZTNLYEGMT
Cladonychiidae×????????  ??????????
Dicranolasmatidae???××××××××??????????
Nemastomatidae×??××××××××??????????
Phalangiidae××?×××××××××?××??????
Sclerosomatidae×??××××××  ??????????
Sironidae?????????××??????????
Trogulidae???××××××××??????????
Legende/Legend
? Checkliste nicht verfügbar No checklist available
× Familienvorkommen bekannt Family documented
(×) Familienvorkommen bekannt, keine Art etabliert Family documented, no species established
  Checkliste enthält Familie nicht Checklist consulted, but family not found
Hinweise zur Nutzung der Tabellen:
Die Spalten können durch Anklicken des Landeskürzels markiert werden. Durch einen zweiten Klick wird diese Markierung wieder gelöscht.

Interne Links

Eine Übersicht häufiger und charakteristischer Weberknechte gibt es hier → Häufige und charakteristische Weberknechte

Einen vereinfachten Teilbestimmungsschlüssel gibt es hier → Bestimmungsschlüssel Weberknechte Teil 1

Quellen

  • Kaestner A. (1956): Lehrbuch der Speziellen Zoologie, Teil 1: Wirbellose. Gustav Fischer Verlag, Jena. 3 Auflage, S. 603–616.
  • Martens J. (1978): Die Tierwelt Deutschlands 64. Teil, Weberknechte, Opiliones. VEB Gustav Fischer Verlag Jena, 464 S.

Quellen der Nachweise