Opiliones: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Wiki der Arachnologischen Gesellschaft e. V.
Wechseln zu: Navigation, Suche
(Bestimmung)
Zeile 13: Zeile 13:
 
Weberknechte besitzen ein Paar Linsenaugen, die in der Regel auf einem gemeinsamen '''Augenhügel''' auf dem Prosoma liegen. Sie sind seitlich oder seitlich leicht nach vorn gerichtet ausgerichtet. Die Augen stehen bei einigen Arten weit von einander entfernt. <ref name='Martens'/>
 
Weberknechte besitzen ein Paar Linsenaugen, die in der Regel auf einem gemeinsamen '''Augenhügel''' auf dem Prosoma liegen. Sie sind seitlich oder seitlich leicht nach vorn gerichtet ausgerichtet. Die Augen stehen bei einigen Arten weit von einander entfernt. <ref name='Martens'/>
  
An den Vorderecken des Prosomas verfügen die {{PAGENAME}} über ein Paar sackförmige '''Stinkdrüsen''', welche vermutlich zur Feindesabwehr dienen. Von einheimischen ''[[Phalangiidae|Phalangiiden]]'' ist bekannt, dass diese, wenn man sie angreift, gelegentlich (keinesfalls regelmäßig) Gestank verströmen.<ref name='kaestner'/>
+
An den Vorderecken des Prosomas verfügen die {{PAGENAME}} über ein Paar sackförmige '''Stinkdrüsen''', welche vermutlich zur Feindesabwehr dienen. Von einheimischen ''[[Phalangiidae|Phalangiiden]]'' ist bekannt, dass diese, wenn man sie angreift, gelegentlich (keinesfalls regelmäßig) Gestank verströmen.<ref name='kaestner'>{{lit kaestner 1957}}</ref>
  
 
&rarr; siehe auch Hauptartikel ''[[Anatomie der Weberknechte]]''
 
&rarr; siehe auch Hauptartikel ''[[Anatomie der Weberknechte]]''
Zeile 25: Zeile 25:
 
# Meist weichhäutig, langbeinig.
 
# Meist weichhäutig, langbeinig.
  
Die deutsche Kankerfauna ist vor allem durch den vierten Typus geprägt. <ref name='kaestner'>{{lit kaestner 1957}}</ref>
+
Die deutsche Kankerfauna ist vor allem durch den vierten Typus geprägt.<ref name='kaestner'/>
  
 
Die meisten Kanker sind grau, bräunlich oder schwarz gefärbt. In den Tropen gibt es jedoch auch Arten mit grellen Zeichnungen.<ref name='kaestner'/>
 
Die meisten Kanker sind grau, bräunlich oder schwarz gefärbt. In den Tropen gibt es jedoch auch Arten mit grellen Zeichnungen.<ref name='kaestner'/>

Version vom 27. November 2011, 18:52 Uhr

Opiliones Sundevall, 1833
Weberknechte
Phalangium opilio W 7-5049.jpg
Phalangium opilio, Weibchen
Systematik
Klasse: Arachnida (Spinnentiere)

Anatomie der Weberknechte

Die Ordnung Arachnida:Opiliones zeichnet sich im wichtigsten Merkmal dadurch aus, dass das Prosoma (Cephalothorax, Vorderkörper) in voller Breite an das Opisthosoma (Hinterleib) ansetzt. Das Opisthosoma ist dabei immer erkennbar gegliedert, das Prosoma dagegen nicht in allen Formen. (Martens J. 1978)

Wie auch bei den Spinnen (siehe Anatomie von Spinnen) setzen an das Prosoma paarweise Pedipalpen und Chelizeren, sowie vier Paar Laufbeine an. (Martens J. 1978)

Weberknechte besitzen ein Paar Linsenaugen, die in der Regel auf einem gemeinsamen Augenhügel auf dem Prosoma liegen. Sie sind seitlich oder seitlich leicht nach vorn gerichtet ausgerichtet. Die Augen stehen bei einigen Arten weit von einander entfernt. (Martens J. 1978)

An den Vorderecken des Prosomas verfügen die Opiliones über ein Paar sackförmige Stinkdrüsen, welche vermutlich zur Feindesabwehr dienen. Von einheimischen Phalangiiden ist bekannt, dass diese, wenn man sie angreift, gelegentlich (keinesfalls regelmäßig) Gestank verströmen. (Kaestner A. 1956)

→ siehe auch Hauptartikel Anatomie der Weberknechte

Habitus

Opiliones (Kanker) treten weltweit in vier Habitustypen auf:

  1. Klein, eiförmig, milbenartig. Beine ungefähr Körperlänge.
  2. Flachgedrückt, Beine 1½ Körperlänge.
  3. Sehr langbeinig, hartchitiniert.
  4. Meist weichhäutig, langbeinig.

Die deutsche Kankerfauna ist vor allem durch den vierten Typus geprägt. (Kaestner A. 1956)

Die meisten Kanker sind grau, bräunlich oder schwarz gefärbt. In den Tropen gibt es jedoch auch Arten mit grellen Zeichnungen. (Kaestner A. 1956)

Die Chelizeren sind verhältnismäßig lang, dreigliedrig und am Ende als Schere ausgebildet. Die Pedipalpen sind stets kürzer als die Laufbeine. (Kaestner A. 1956)

Bei allen langbeinigen Arten ist der Tarsus in sehr zahlreiche sekundäre kurze Glieder zerlegt. Deren Anzahl beläuft sich bei unseren häufigen einheimischen Arten Phalangium opilio und Opilio parietinus am 2. Beinpaar ungefähr auf 50 Glieder und kann bei Exoten 100 übersteigen. (Kaestner A. 1956)

Bestimmung

Eine Übersicht häufiger und charakteristischer Weberknechte gibt es hier → Häufige und charakteristische Weberknechte

Einen vereinfachten Teilbestimmungsschlüssel gibt es hier → Bestimmungsschlüssel Weberknechte Teil 1

Familienspektrum

In Europa ist das Vorkommen von 11 Familien bekannt: (Blick T. & C. Komposch 2004) (Stoch F. 2003) (Hillyard P. 2001) (Angel M. & A. Zarazaga unda) (Delfosse E. 2004)

Name DE NL BE CH AT CZ SK PL DK NO SE FI HU SI GB IE IT IT82 FR FRH ES PT
Sironidae         ×   × ×           × ? ? × ? × ?   ?
Travuniidae       ×                     ? ? × ? × ?   ?
Cladonychiidae ×       ×   ×           × × ? ?   ? × ?   ?
Nemastomatidae × × × × × × × × × × × × × × × ? × ? × ? × ?
Dicranolasmatidae         ×   ×           × × ? ? × ? × ? × ?
Trogulidae × × × × × × × × × × ×   × × ? ? × ? × ? × ?
Ischyropsalididae × ×   × × × × ×         × × ? ? × ? × ? × ?
Phalangiidae × × × × × × × × × × × × × × ? ? × ? × ? × ?
Phalangodidae                           × ? ? × × × ×    
Sabaconidae                             ? ? × ? × ? × ?
Sclerosomatidae × × × × × × × × × × × × × × × ? × ? × ? × ?

Quellen