Atypus affinis

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Atypus affinis Eichwald, 1830
Gewöhnliche Tapezierspinne
Affinis Goennatal 08-03 02.jpg
Weibchen
Systematik
Ordnung: Araneae (Webspinnen)
Familie: Atypidae (Tapezierspinnen)
Gattung: Atypus (Echte Tapezierspinnen)
Reifezeit (Bellmann 2010)
Monat:123456789101112
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Verbreitung in Europa[Quellen]
    etabliert,    nicht etabliert,    nicht betrachtet
Weitere Informationen
LSID WSC: urn:lsid:nmbe.ch:spidersp:000078
Gefährdung nach Roter Liste
RegionBSLTKTRFRRL
[CZ] Tschechien LC
[CZ] Oberschlesien ?
[D] Deutschlandmh<(↓)-F; WV
[D] Berlins<<=V
[D] Brandenburg *
[D] Baden-Württemberg 3
[D] Bayern 3
[D] Bayern Av/A 2
[D] Bayern OG 2
[D] Bayern SL 3
[D] Bayern T/S 2
[D] Mecklenburg-Vorp.es=↓↓ F1
[D] Niedersachsen 3
[D] Niedersachsen (H) 2
[D] Niedersachsen (T) R
[D] Nordrhein-Westfalenmh==-*
[D] Schleswig-Holsteines==-F1
[D] Sachsen 3
[D] Sachsen-Anhalt 3
[PL] Bielitz-Biala ?
[PL] Kattowitz ?
[PL] Opole EN
[PL] Oberschlesien EN
[PL] Tschenstochau ?
[SE] Schweden EN
Synonyme und weitere Kombinationen
  • Atypus anachoreta

Atypus affinis ist die europäische Spinne des Jahres 2013 (Hörweg 2012).

Merkmale

Körperlänge: Weibchen erreichen 10 bis 15 mm (mit Chelizeren 18 mm), Männchen 7 bis 9 mm (Roberts 1996).

Die Körperfärbung der Jungtiere und Weibchen reicht von mittel- bis dunkelbraun (je älter desto dunkler), das Opisthosoma kann etwas ins rötliche gehen. Die Chelizeren sind dunkler als der Körper gefärbt. Die reifen Männchen sind meist tiefschwarz.

Die Art unterscheidet sich von den anderen Atypus-Arten durch eindeutig dreigliedrige Spinnwarzen und eine pigmentfreie Stelle apikal-außen an Patella I (Wiehle 1953) (siehe Foto).

Etymologie

Affinis stammt aus dem Latein (adfinis) und bedeutet angrenzend, benachbart, aber auch durch Heirat verwandt (Parker 1999).

Lebensraum

Lebensraum im lichten Kiefernbestand. Das Foto zeigt einen Fundort von Atypus affinis bei Beelitz (Brandenburg). (Google Maps).

Typischerweise in trockenen oder halbtrockenen Lebensräumen: Eichen- und Kiefernwälder, trockene Mischwälder, Strauchzone der Waldsteppen, Heide, Zwergsträucher, Kalkgrasland, Felssteppen, kalkhaltige Hänge, moosbedeckter Sandboden, mit Heidebüscheln bedeckte Kiesbänke, auch in Buchenwäldern, Gärten (Le Peru 2011).

Ökologischer Typ: Lebt in trockeneren Laub- und Nadelwäldern (Platen & von Broen 2005).

Verbreitung

In Großbritannien bis Ukraine und in Nordafrika verbreitet (World Spider Catalog 2017).

In Deutschland vor allem in den Mittelgebirgen und bis nach Norddeutschland (Arachnologische Gesellschaft 2020). Häufigste Atypus-Art Deutschlands (Wiehle 1953). Einzige in Schleswig-Holstein heimische Atypus-Art (Reinke et al. 1998).

Lebensweise

Atypus affinis gräbt ca. 30 cm tiefe, etwa daumendicke Löcher in den Boden und kleidet diese mit Spinnenseide aus. Ein bis zu 10 cm langes Ende bleibt oberirdisch liegen. Insekten, welche über diesen Fangschlauch laufen, werden durch den Schlauch hindurch von der Spinne mit den Chelizeren ergriffen und in die Bodenröhre gezogen. (Frick 2013)

Die Spinnseide ist antibakteriell und kann von Mikroorganismen nicht zersetzt werden. Die Fangschläuche verfaulen nicht; man findet sie noch Jahrzehnte an dem Ort, wo sie gewoben wurden. Diese antibakterielle Wirkung war schon unseren Vorfahren bekannt. Atypus-Schläuche wurden daher sehr bewusst ausgegraben und und als heilungsfördernde Wundauflagen verwendet. (Frick 2013)

Art wird nur selten vereinzelt gefunden. Sie lebt in der Regel in Kolonien. (Wiehle 1953)

Weibchen werden bis zu sieben Jahre alt, Männchen ein bis zwei (Frick 2013).

Bilder

Weblinks

Nachweis- und Verbreitungskarten

Weitere Links

Quellen

  • Arachnologische Gesellschaft (2020): Atlas der Spinnentiere Europas.
  • Bellmann H (2010): Der Kosmos Spinnenführer: Über 400 Arten Europas. Kosmos. 1. Auflage. ISBN 3-440-10114-2, 429 S.
  • Frick H (2013): Spinnen und Landschaften. Redaktion "Balzner Neujahrsblätter", Balzers, Liechtenstein. Balzner Neujahrsblätter, S. 55–61.
  • Hörweg C (2012): Die Gemeine Tapezierspinne – Atypus affinis Eichwald, 1804 - Europäische Spinne des Jahres 2013. Arachnologische Gesellschaft.
  • Le Peru B (2011): The Spiders of Europe, a synthesis of data: Atypidae to Theridiidae. Mémoires de la Sociétés linnéenne de Lyon no. 2. 1 Auflage. ISBN 978-2-9531930-3-9, 523 S.
  • Parker JR (1999): Names of Spiders. British Arachnological Society – Member's Handbook 1.1, S. 1–18.
  • Platen R & von Broen B (2005): Gesamtartenliste und Rote Liste der Webspinnen und Weberknechte (Arachnida: Araneae, Opiliones) des Landes Berlin. Der Landesbeauftragte für Naturschutz und Landschaftspflege/Senatsverwaltung für Stadtentwicklung (Hrsg.): Rote Listen der gefährdeten Pflanzen und Tiere von Berlin., 79 S.
  • Reinke HD, Irmler U & Klieber A (1998): Die Spinnen Schleswig-Holsteins–Rote Liste. ISBN 3-923339-53-4, 48 S.
  • Roberts MJ (1996): Collins Field Guide. Spiders of Britain and Northern Europe. HarperCollins Publishers Ltd.. ISBN 0-00-219981-5, 383 S.
  • Wiehle H (1953): Die Tierwelt Deutschlands und der angrenzenden Meeresteile, 42. Teil Spinnentiere oder Arachnoidea (Araneae) IX: Orthognatha - Cribellatae - Haplogynae Entelegynae. VEB Gustav Fischer Verlag, 150 S.
  • World Spider Catalog (2017): World Spider Catalog. Natural History Museum Bern, online auf http://wsc.nmbe.ch , Version 18.5, abgerufen am 2017-12-8, doi:10.24436/2.

Quellen der Nachweise und Checklisten