Argiope

Aus Wiki der Arachnologischen Gesellschaft e. V.
Zur Navigation springenZur Suche springen
Argiope Audouin, 1826
Südliche Radnetzspinnen
Argiope bruennichi W 10-8-37.jpg
Argiope bruennichi
Systematik
Ordnung: Araneae (Webspinnen)
Familie: Araneidae (Radnetzspinnen)
Weitere Informationen
LSID WSC: urn:lsid:nmbe.ch:spidergen:01443

Typusart: Argiope lobata (Audouin, 1826)

Merkmale

Sehr große (mitunter über 25 mm), auffallend gefärbte und gezeichnete Spinnen. Die Männchen sind wesentlich kleiner. Die Gattung unterscheidet sich von anderen Radnetzspinnengattungen durch die prokurve hintere Augenreihe (inbesondere bei den Weibchen), wenn von dorsal betrachtet. Die vorderen Lateralaugen sind wesentlich kleiner als die restlichen Augen und von dorsal kaum zu erkennen. Die Männchen haben kein verlängertes erstes Beinpaar und keine auffallende Bestachelung an demselben. (Levy 1998)

Verbreitung

Die Gattung ist in Europa mit 3 Arten vertreten (siehe Artenliste), wovon nur eine (Argiope bruennichi) in Mitteleuropa vorkommt.

Lebensweise

Netzbau und Beutefang

Die Gattung baut ein großes, vertikales Radnetz in hohem Gras oder in Freiflächen zwischen Sträuchern. Die Netze enthalten oftmals zickzackförmige Seidenbände, sogenannte Stabilimente (Levy 1998).

Ins Netz gelangte Beute wird in der Regel zuerst eingewickelt (sogenannte „wrap attack”), bevor ein Giftbiss erfolgt. Erst dann wird das Beutetier aus dem Netz geschnitten, zur Netzmitte transportiert und gefressen. Motten werden allerdings zuerst gebissen, wahrscheinlich, um ein Flüchten aus dem Netz (durch ablösende Flügelschuppen) zu verhindern. Mithilfe der „wrap attack” kann Argiope auch wehrhafte Beutetiere überwältigen. (Foelix 2011)

Fortpflanzung

Von vielen Argiope-Arten ist sexueller Kannibalismus während der Paarung durch das wesentlich größere Weibchen belegt. Bei der Paarung bricht bei den Männchen regelmäßig ein Stück des Embolus an einer Sollbruchstelle und verbleibt in der Epigynenöffnung. Mitunter können bei einigen Arten mehrere Emboli-Bruchstücke von verschiedenen Männchen in einer Öffnung gefunden werden, wobei jedoch nur ein Bruchstück tief in der Öffnung steckt. (Jäger 2012) Bei Argiope bruennichi existieren Hinweise, das dadurch Fortpflanzungsvorteile des ersten sich verpaarenden Männchens vorliegen (Nessler et al. 2007). Es ist jedoch nicht geklärt, ob bei allen Arten mit brechenden Emboli die Bruchstücke zu einem effektiven Verschließen der Epigynenöffungen führen und es zu einer Bevorteilung des ersten Männchens kommt. (Jäger 2012)

Die Weibchen produzieren mehrere große Eikokons, die in netznaher Vegetation aufgehängt werden (Levy 1998).

Arten und Verbreitung

In Europa und im Maghreb kommen nach Datenlage dieses Wikis 5 Arten der Gattung Argiope vor.[A]

NameNOSEFIIEGBGB-NIRDKDENLBELUPLLTLVEECHATLICZSKHU
Foto vorhanden Argiope bruennichi××× × ×××××××××××××××
Foto vorhanden Argiope lobata                   ××
NamePTESES-IBADFRFRHITIT82IT88ROBGBASIHRMEMKRSKVALGRGR-M
Foto vorhanden Argiope bruennichi××× ××××××××××××× ×××
Foto vorhanden Argiope lobata××× ×××××××  ×××× ×××
Foto vorhanden Argiope trifasciata×××  × ××            
NameUABYMDRU-KGDRU-RUWRU-RUCRU-RUERU-RUNRU-RUSTR-EURTR-ASICYAMAZGEMADZTNLYEGMT
Kein Foto vorhanden Argiope australis               ×     
Foto vorhanden Argiope bruennichi×××  ×× ×××  ××××   ×
Foto vorhanden Argiope lobata× ×  ×× ×××× ×× ×××××
Kein Foto vorhanden Argiope sector                 ××× 
Foto vorhanden Argiope trifasciata           ×   ××× ××
Legende/Legend & Features
? Checkliste nicht verfügbar No checklist available
× Art nachgewiesen.
Link gibt Nachweisreferenz an.
Species documented.
Link shows literature reference.
(×) Art nachgewiesen, aber nicht etabliert.
Link gibt Nachweisreferenz an.
Species documented, but not established.
Link shows literature reference.
  Checkliste enthält Art nicht Checklist consulted, but species not found
Hinweise zur Nutzung der Tabellen:
Die Spalten können durch Anklicken des Landeskürzels markiert werden. Durch einen zweiten Klick wird diese Markierung wieder gelöscht.
Durch Klicken auf ein Nachweiskreuz in der Tabelle wird die entsprechende Literaturreferenz angezeigt.

Quellen

  • Foelix RF (2011): Biology of Spiders. Oxford Thieme. 3. Auflage. ISBN 978-0199734825, 419 S.
  • Jäger P (2012): A review on the spider genus Argiope Audouin 1826 with special emphasis on broken emboli in female epigynes (Araneae: Araneidae: Argiopinae). Beiträge zur Araneologie 7, S. 272–331.
  • Levy G (1998): Twelve genera of orb-weaver spiders (Araneae, Araneidae) from Israel. Israel Journal of Zoology Vol. 43, S. 311–365.
  • Nessler SH, Uhl G & Schneider JM (2007): Genital damage in the orb-web spider Argiope bruennichi (Araneae: Araneidae) increases paternity success. Behavioural Ecology 18, S. 174–181.

Quellen der Nachweise